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Presse

Jazz-Downtown eröffnet vor Riesenpublikum

Wer könnte überzeugender Stimme und Instrument für das Hospiz Konstanz einsetzen als Formationen, die aus vollem Jugendtemperament heraus musizieren, was das Zeug hält?

Bedankt von Gräfin Sandra Bernadotte für alle musikalischen, organisatorischen, ideellen und finanziellen Beiträge vieler Menschen für den Hospizverein ging das Jazz-Downtown-Eröffnungskonzert vor beinahe die Münstermauern sprengendem Publikum am vergangenen Samstagabend über die Bühne. Da hatten sich zwei ganz herausragende Jugendensembles in der Vierung des Münsters getroffen zu jazzigem Tun in so herzhafter Frische mit umso ernsthafter erarbeitetem Leistungsstand, dass dem Hörer schon mal der Atem stocken konnte, wenn es nicht gerade um elektrisierende Wirkung satter Rhythmen ging: Das Konstanzer Jugend-Sinfonie-Orchester (unter der Leitung von Michael Auer) und die Jugendkantorei Konstanz (Leitung Steffen Schreyer).

Das Suso-Gymnasium mit dem Jugendorchester glänzt bei einem grandiosen Konzert in der Lutherkirche

Personelle Beständigkeit ist die Sache von Jugendorchestern nicht, und das macht musikalische Hochleistung auch so schwer: Nach ein paar Jahren sind die Spieler wieder weg, die man sich hat entwickeln hören; bleibt die Hoffnung auf genügend sich schnell hineinfindenden Nachwuchs. So sah man es beim Sinfoniekonzert des „Jugend-Sinfonie-Orchesters Konstanz“ (JSOK) unter Leitung von Michael Auer, das am Suso-Gymnasium beheimatet ist, zu einem Viertel aber auch aus Schülern anderer Schulen besteht: Eine sinnvolle Zusammenarbeit, die zu einem solch mächtigen Klangkörper führt, wie man ihn jetzt in der Lutherkirche erleben konnte: 40 Streicher, 18 Bläser und Schlagwerk.

Das Konzert des Suso-Gymnasium ließ staunen: Die Schüler boten ein facettenreiches Programm

Bekanntlich gibt es die Geschenke zu Weihnachten erst an Heiligabend. Doch die Schüler der musikalischen Ensembles am Heinrich-Suso-Gymnasium hatten sich wohl vorgenommen, der Familie, Freunden, Lehrern und dem restlichen Publikum schon vorher ein Präsent zu überreichen. Und als hätten dies die Konstanzer geahnt, war die Gebhardskirche bis auf den letzten Platz gefüllt. Wer zu spät kam, musste stehen. Schwergefallen ist das wohl niemanden bei dem abwechslungsreichen und originellen Programm.
Michael Auer und Reinhard Siegel leiteten ihre musikalischen Schützlinge mit viel Präzision durch den Abend und animierten die Schüler zu Höchstleistungen.

- Jubel für Orchester und Solisten in der Lutherkirche -

Finalapplaus, sieben Minuten bis zur Wiederholungszugabe, Begeisterung aus voller Lutherkirche, denn das Schulkonzert hatte Niveau, spielte mit Klassik und Romantik gegen mancherlei zeitgeistige Unterhaltungsbequemlichkeit an, diente jenen freien Musen, die manche bedenklich finden mögen, weil sie mit elitärem Fleiß auf einem Sozialolymp sich allerlei Kunstluxus leisten – und auch noch Griechen sind. Aber wer hinhörte, entdeckte: Suso-Sinfoniker pflegen keine Klassiker-Entrücktheit, sondern erzählen auch die „West Side Story“, die 56 Orchesterspieler sind eine humane Gesellschaft, keine elitäre Götterzunft, sie bieten Kunst nicht als Luxus, sondern als entlastendes Spiel, weltoffen, nicht abendländisch verengt. Der letzte Satz hieß „America“.