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Partner-Gymnasien musizierten beim Sinfoniekonzert des Suso-Gymnaiusms und der Hamtpon School in der Lutherkirche

Wenn in einem Sinfoniekonzert die Zahl der Musizierenden fast so groß ist wie die der Zuhörenden, das Podium größer als der Zuhörerraum, kann das durchaus auch positiv gesehen werden: Das Jugend-Sinfonie-Orchester am Suso-Gymnasium und das der Hampton School (London-Richmond) trafen sich in der Lutherkirche zu ganz großen Zusammenspiel, wobei beide Klangkörper je etwa um die 50 Spieler aufboten. Da herrschte klangliche und personelle Üppigkeit mit riesigem Geigenregister, mit bis zu zehn Celli, vier Kontrabässen und bläserischen Vierfach-Besetzungen von der Flöte bis zur Tuba bei entsprechendem Starkklang. Den eher besinnlichen Einstieg zum 450. Geburtsjahr Shakespeares machte das Suso-Orchester mit Tänzen und Monologen von Gerald Finzi: Lyrische, idyllische, feine Klänge von melodischer Schönheit dominierten. Ganz anders das Hamtpon-Orchester, das mit Bernsteins West Side Story-Medley (auch eine Shakespeare-Hommage) ebenso saftig unterhielt wie gefühlsstark strich und blies. Köstlich die vokale Einlage von 15 jungen Männern, die zwischendurch zur Stimme griffen und einen latinsprühenden Song verabreichten: Sonderappaus für diese humorvolle Performance.

 

Jetzt wurde es dramatisch: Hampton zelebrierte mit vollem Blech und zugehörigem Tutti nach vorbereitendem Marsch und „Enigma“-Variation „das“ Royals-Thema: „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar. Da war das Jugendorchester auf seinem Klanggipfel und das Publikum aus dem Häuschen.

Zurück zu Shakespeare, und das jetzt mit vollem hunderköpfigem Doppelorchester: Mendelssohns „Sommernachtstraum“ ließ in fünf Sätzen Geigen flirren, Elfen recht lautstark tanzen, Notturno-Melodie träumen, Rüpel in Bergamasca-Art auftrumpfen und schließlich die Hochzeitsgesellschaft aufmarschieren.

Der Beifall dankte den drei musikalischen Leitern Iain Donald, Matthew Ward (Hampton) und Michael Auer (Suso), all den tüchtigen Jungmusikern und deren tollem Zusammenspiel.

Reinhard Müller, Südkurier, 11.7.2014